Technischer Hintergrund
5G ist die fünfte Generation des Mobilfunks. Es ist schneller, leistungsfähiger und bietet kürzere Reaktionszeiten als frühere Netzwerke. In der Schweiz werden vor allem die Frequenzbereiche 700 MHz, 1400 MHz und 3.5 GHz genutzt. Niedrige Frequenzen wie 700 MHz ermöglichen eine grössere Reichweite und bessere Durchdringung von Wänden, sind jedoch eher für ländliche Regionen geeignet und benötigen mehr Sendeleistung. Höhere Frequenzen wie 3.5 GHz oder Millimeterwellen übertragen deutlich mehr Daten, werden aber stärker durch Hindernisse abgeschwächt. In Städten braucht es deshalb viele kleine Antennen, oft montiert an Laternen oder Hausfassaden. Die Kombination der Frequenzbereiche ermöglicht eine flächendeckende und leistungsfähige Versorgung, angepasst an Stadt und Land.
Seit dem Start 2019 ist das 5G-Netz in der Schweiz rasant gewachsen. Mit der steigenden Zahl an Antennen und Endgeräten wächst auch die Diskussion über mögliche Auswirkungen auf Gesundheit, Umwelt und die tägliche Strahlenbelastung.
Eine Schlüsselrolle spielt die sogenannte adaptive Antenne. Im Gegensatz zu klassischen Antennen sendet sie das Signal nicht gleichmässig in alle Richtungen, sondern richtet es gezielt auf das verbundene Gerät. Diese Technik, bekannt als Beamforming, verbessert die Verbindung und spart Energie. Gleichzeitig kann sich die Strahlenbelastung durch die gezielte Ausrichtung in bestimmten Bereichen erhöhen. Je nach Aufenthaltsort und Dauer könnten dadurch biologische Effekte verstärkt werden – etwa auf Zellen, Nerven oder den Schlafrhythmus. Diese möglichen Zusammenhänge sind Gegenstand intensiver Forschung.
Ursprünge der 5G-Technologie
Viele der heute im Mobilfunk eingesetzten Technologien haben ihren Ursprung in der militärischen Forschung. So entdeckte der Ingenieur Percy Spencer in den 1940er-Jahren beim Arbeiten an Radargeräten zufällig die Erwärmungswirkung von Mikrowellen – das sogenannte Magnetron, später Herzstück des Mikrowellenofens, wurde ursprünglich für die Radartechnik entwickelt.
Auch die adaptive Antennentechnik, wie sie heute im 5G-Netz eingesetzt wird, stammt aus militärischer Entwicklung. In den 1980er-Jahren wurde im Rahmen des britischen MESAR-Programms eine radarbasierte Lenk- und Ortungstechnologie erforscht, aus der später das SAMPSON-Radar hervorging – ein System, das bis heute zur Raketenabwehr verwendet wird.
Der Transfer dieser Technologien in zivile Anwendungen zeigt die technische Effizienz – wirft jedoch auch neue Fragen auf, insbesondere im Hinblick auf den Dauerbetrieb und mögliche biologische Wirkungen elektromagnetischer Felder. Im 5G-Netz wird die Grundidee dieser adaptiven Steuerung nun zur gezielten Ausrichtung von Mobilfunksignalen auf Endgeräte genutzt – mit Unterschieden zu bisherigen Antennensystemen.
Regulierung und praktische Umsetzung
Das Bundesamt für Kommunikation (BAKOM) erklärt 5G in seinem Infovideo als intelligent und kontrolliert; Es würde nur funken, wenn ein Gerät tatsächlich Daten braucht. Dabei bleiben jedoch zentrale technische Aspekte unerwähnt.
Technikfirmen wie Ericsson (Systemlieferant Antennen) zeigen jedoch: dass adaptive Antennen ständig kurze Suchsignale senden, auch im Standby, um Geräte in der Umgebung zu erfassen. Sie nutzen Reflexionen an Wänden oder Fenstern gezielt. Dieses Konzept führt zu einer erhöhten Belastung auch für unbeteiligte Personen und erschwert aufgrund der schnellen Richtungswechsel die Messung der tatsächlichen Strahlung.
Eine Studie von Castellanos et al. (2022) zeigt: Mit besserer Netzplanung, Rücksicht auf Wohngebiete und automatischer Drosselung der Leistung könnte die Strahlenbelastung deutlich reduziert werden.
Praktische Auswirkungen im Alltag
5G erzeugt eine neue Qualität elektromagnetischer Felder. Entscheidend sind nicht nur die Funkfrequenzen im GHz-Bereich, sondern auch die zeitliche Struktur der Signale. Adaptive Antennen benutzen Suchsignale meist mit 50 Hz, was eine periodische Pulsung ähnlich der Netzstromfrequenz erzeugt. Die Datenübertragung erfolgt in kurzen Takten (TDD-Zeitfenster), wodurch zusätzliche Pulsfrequenzen zwischen 1 und ca. 8 kHz entstehen. Diese Frequenzen liegen in einem biologisch sensiblen Bereich, und manche Wissenschaftler vermuten, dass sie besonders wirksam auf Zellmembranen oder das Nervensystem wirken könnten.
Mögliche Belastungsquellen:
- Geräte direkt am Körper (z. B. Smartphone in der Hosentasche)
Überlappung technischer Frequenzen mit biologischen Prozessen
Oberflächenwirkung auf Haut und Nervenzellen
Dauerhafte Grundbelastung, auch ohne aktive Nutzung
Ausblick auf zukünftige Entwicklungen
5G ist ein Zwischenschritt und die Basisplattform. Erste Systeme mit extrem hoher Bandbreite wie 10G werden bereits getestet, zum Beispiel in Xiong’an (China).
Auch Unternehmen wie Kyocera entwickeln neue Lösungen wie intelligente Oberflächen oder angepasste Netztechnik, welche die Entwicklungen und den Weg zu 6G bereiten – mit mehr Leistung, kürzeren Reaktionszeiten und intelligenter Steuerung durch KI.
Vorsorgemassnahmen im persönlichen Umfeld
Gerade sensible Menschen reagieren empfindlicher auf Funkstrahlung. Folgende Massnahmen helfen, sich zu schützen:
- 5G-Funktion am Handy generell deaktivieren
- WLAN Ersatzlösungen nutzen
- Geräte nicht direkt am Körper tragen
- Freisprecheinrichtung beim Telefonieren nutzen
- Professionelle Messung der Funkbelastung zu Hause und entsprechend gezielte Massnahmen vornehmen
Fazit 5G: Belastung verstehen und professionell begleiten
Mit dem Ausbau von 5G entstehen neue Belastungsmuster im hochfrequenten und niederfrequenten Bereich, die sich deutlich von bisherigen Mobilfunktechnologien unterscheiden. Adaptive Antennen, verdichtete Netzstrukturen und gepulste Signalformen verändern nicht nur die Strahlungsintensität, sondern auch deren biologische Relevanz. Erste Erkenntnisse deuten auf mögliche Auswirkungen auf Zellprozesse, Nervensystem und Schlafrhythmus hin – insbesondere bei längerem oder wiederholtem Aufenthalt in belasteten Bereichen.
- Die dauerhafte Grundstrahlung steigt, auch ohne aktive Nutzung
- Technische Normen berücksichtigen bislang keine langfristigen oder subtilen Wirkmechanismen
- Biologisch sensible Frequenzanteile und Pulsfrequenzen liegen im Bereich von Zellreaktionen und überlappen mit Prozessen an Zellmembranen, Ionenkanälen und im Nervensystem.
- Empfindliche Personen berichten über deutliche Veränderungen ihres Wohlbefindens
- Eine differenzierte Betrachtung der Technik ist aus elektrobiologischer Sicht notwendig
- Die Belastung ist stark standortabhängig und oft nur durch Messung erfassbar
Wer sich schützen will – ob präventiv oder aufgrund gesundheitlicher Beschwerden – sollte die individuelle Belastung durch eine qualifizierte elektrobiologische Messung erfassen lassen. Nur so lassen sich sinnvolle Massnahmen ableiten, die auf den konkreten Alltag abgestimmt sind.
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