Sonnenstrom ja, aber was kommt da sonst noch vom Dach?
Photovoltaik-Anlagen gehören heute fast schon zum guten Ton beim Hausbau. Sie produzieren saubere Energie, senken die Stromrechnung und sehen auf dem Dach auch gar nicht schlecht aus. Aber so sehr uns der Gedanke an Sonnenstrom begeistert – es gibt da eine Seite, über die kaum jemand spricht: die elektromagnetischen Nebenwirkungen.
Das ist kein Skandal, kein Aufreger – sondern einfach Technik, die wir verstehen sollten, bevor wir sie unterschätzen. Denn auch wenn eine PV-Anlage fachgerecht installiert ist und alle Normen einhält, kann sie das elektromagnetische Umfeld im Haus beeinflussen. Und das kann für sensible Menschen, aber auch für Technik oder Schlafqualität spürbar sein.
Woher kommen die Felder, wenn das Panel doch nur Gleichstrom liefert?
Die Module auf dem Dach erzeugen tatsächlich Gleichstrom. An sich harmlos. Doch dieser Gleichstrom wird im Wechselrichter zu netzkonformem Wechselstrom gewandelt – und dabei entstehen sogenannte Gleichtakt-Störungen. Das sind hochfrequente, gepulste Signale (typisch zwischen 16 und 100 kHz), die sich nicht nur in Richtung Netz, sondern auch zurück in Richtung Dach bewegen.
Die DC-Leitungen zwischen Wechselrichter und Panel tragen diese Signale in gleicher Richtung auf beiden Leitern. Und genau das ist das Problem: Diese Gleichtaktanteile können sich auf die Modulrahmen, die Metallstruktur am Dach und sogar auf Wasserleitungen oder Wände kapazitiv und induktiv übertragen. Plötzlich wird die Solaranlage zur Mitspieler*in im elektromagnetischen Geschehen des Hauses.
Was hat das mit meinem Wohnzimmer oder Schlafzimmer zu tun?
Wer denkt, das bleibt alles draussen, täuscht sich. Die Felder finden Wege nach innen. Besonders in oberen Stockwerken, unterhalb der Panels oder entlang von Leitungsschächten, lassen sich elektrische Wechselfelder messen – oft im Bereich von 2 bis 100 kHz. Diese Frequenzbereiche sind technisch zulässig, aber biologisch keineswegs unbedenklich.
In der Praxis berichten Menschen in solchen Zonen mitunter von Schlafstörungen, innerer Unruhe oder Konzentrationsproblemen. Beweisen lassen sich solche Zusammenhänge im Einzelfall schwer – aber physikalisch nachvollziehbar sind sie allemal. Gleichtaktströme und kapazitive Kopplung sind keine Esoterik, sondern messbare Grössen.
Aber das ist doch alles genormt und geprüft, oder?
Ja, klar. Die Anlage erfüllt alle Normen. Aber genau hier liegt der Knackpunkt: Die EMV-Normen prüfen, ob Geräte andere Geräte stören – nicht, ob sie den Menschen belasten. Biologische Wirkung ist kein Kriterium. Es gibt keine gesetzlichen Grenzwerte für Innenräume, und viele Effekte, wie kapazitive Felder oder Gleichtakt, tauchen in der Normenwelt gar nicht auf.
Man könnte es so sagen: Aus Sicht der Technik ist alles in Ordnung. Aus Sicht der Elektrobiologie aber lohnt sich ein zweiter Blick. Denn was technisch erlaubt ist, ist nicht automatisch unbedenklich.
Was bedeutet das für die Planung von PV-Anlagen?
Es geht nicht darum, Solaranlagen zu verteufeln. Sondern darum, sie intelligent zu planen und entsprechende Quellen zu Vermeiden oder abzuschirmen. Wer weiss, wie sich Felder ausbreiten, kann Massnahmen ergreifen.
All das kostet viel weniger, wenn man es frühzeitig bedenkt. Und spart Nerven, wenn man es nicht erst nach der Inbetriebnahme merkt.
Weitere Informationen finden Sie dazu hier.
Fazit: Sonnenenergie ja, aber mit Kopf
PV-Anlagen sind eine grossartige Sache – wenn man sie ganzheitlich denkt. Wer plant, sollte nicht nur an den Strom, sondern auch an das elektromagnetische Umfeld im Haus denken. Bei MPA unterstützen wir Sie dabei mit technischer Erfahrung und elektrobiologischem Knowhow.
Die MPA Elektrobiologie AG bietet elektrobiologische Messungen, baubegleitende Beratung und Planungsunterstützung an. Dabei besteht zwar auch ein wirtschaftliches Interesse – im Vordergrund stehen jedoch der gesundheitliche Schutz unserer Kunden und die sachliche Aufklärung über mögliche Risiken im Wohn- und Geschäftsumfeld.
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